Wenn in Berlin die Hallen ausgebucht sind und draußen niemand mehr spielt, ist in Dubai Hochsaison: Von Oktober bis Mai liegen die Temperaturen tagsüber zwischen 22 und 30 Grad – und an mehreren Stränden stehen kostenlose Felder, auf denen jeden Abend gespielt wird. Dieser Guide zeigt dir, wo du hinkommst, was es kostet und wie du innerhalb eines Tages Anschluss findest.
Zwei Felder direkt an der Promenade – abends wird hier fast durchgehend gespielt.
Die kurze Antwort: Kite Beach
Wenn du nur einen Ort ansteuern willst, dann Kite Beach. Der Strand in Umm Suqeim ist das Zentrum der Beachvolleyball-Szene in Dubai und einer der aktivsten Spielorte der gesamten Golfregion. Dort stehen über ein Dutzend Felder, die Nutzung der öffentlichen Courts ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.
Der entscheidende Unterschied zu Berlin: Die Felder sind beleuchtet. Das löst genau das Problem, an dem im Sommer alles andere scheitert – zwischen zehn und achtzehn Uhr ist es zu heiß, aber ab 19 Uhr füllt sich der Sand wieder. Kite Beach ist der einzige frei zugängliche, beleuchtete Beachvolleyball-Spot der Stadt.
Im Hintergrund steht das Burj Al Arab, davor der Persische Golf. Einmal im Jahr wird auf denselben Feldern die FIVB Beach Pro Tour ausgetragen – der Dubai Challenge mit 24 der weltbesten Teams je Geschlecht. Zuschauen kostet nichts.

Alle Spielorte im Überblick
Kostenlos spielen
| Ort | Was dich erwartet |
|---|---|
| Kite Beach | Über ein Dutzend Felder, beleuchtet, aktivste Szene. Vor 17 Uhr kommen, sonst Warteschlange. |
| JBR Beach | Zwei Felder, sehr sozial, Restaurants direkt dahinter. Ball leihen am Kiosk ca. 30 AED. |
| Sunset Beach | Ruhiger als Kite Beach, Burj Al Arab im Blick. Donnerstags trifft sich hier eine feste Runde. |
| Jumeirah Public Beach | Rund um die Uhr geöffnet, Flutlicht, gut wenn du in Jumeirah wohnst. |
| Al Mamzar Beach Park | 5 AED Parkeintritt, dafür beleuchtete Felder, Schatten und Grillplätze. Ideal für Anfänger und Familien. |
Felder mieten
| Ort | Preis |
|---|---|
| Esperia Academy (Kite Beach) | 8 buchbare Felder über volley.ae, maximal 4 Stunden pro Tag und Gruppe |
| La Mer Beach | ca. 100 AED pro Stunde (rund 25 Euro), Netz und Ball inklusive |
| NAS Sports Complex | ca. 100 AED pro Stunde, Trainingseinheiten mit lizenzierten Coaches ca. 150 AED |
| Soul Beach (Palm Jumeirah) | ca. 150 AED pro Stunde, nur mit Voranmeldung über die Concierge |
| Dubai Sports World (indoor) | Juni bis September, klimatisiert, ca. 120 AED pro Stunde |
Preise Stand Juli 2026, Angaben der Betreiber. 100 AED entsprechen etwa 25 Euro. Ohne Gewähr – vor Ort kurz nachfragen lohnt sich.
Wann du fahren solltest
Oktober bis Mai ist die Saison. Die besten Bedingungen findest du im November und Dezember sowie im März und April: mild, meist etwas Wind und alle Felder verfügbar.
Zwischen Juni und September steigen die Temperaturen tagsüber über 40 Grad. Dann wird vor neun Uhr morgens oder nach 19 Uhr unter Flutlicht gespielt – oder man weicht in die Halle aus.
Für Berliner ist das Timing fast zu schön: Genau wenn hier die Outdoor-Saison vorbei ist, beginnt dort die beste Zeit. Der Flug dauert rund sechseinhalb Stunden, es gibt keine Zeitverschiebung, die den Schlaf ruiniert – zwei Stunden vor.

So findest du innerhalb eines Tages Mitspieler
Das ist der Punkt, an dem die meisten zögern: allein an einen fremden Strand fahren und fragen, ob man mitspielen darf. In Dubai funktioniert genau das erstaunlich gut, weil fast alle Spieler selbst zugezogen sind.
- Einfach hingehen. An Kite Beach entstehen ab 17 Uhr an Wochentagen laufend offene Spiele. Bring einen Ball mit und frag zwischen zwei Ballwechseln – das ist dort völlig normal.
- WhatsApp-Gruppen. Der schnellste Weg. Such nach „Dubai Beach Volleyball“ oder frag in einer Expat-Gruppe, du bist innerhalb von Minuten drin.
- MeetNtrain-App. Dort werden feste Abende gelistet, etwa 20 bis 22 Uhr an Kite Beach, meist auf 18 Plätze begrenzt, ab rund 40 AED pro Person. Vorteil: Du siehst vorher, ob noch Platz ist.
- Akademien. Esperia am Kite Beach und die Rio Volleyball Academy bieten Kurse vom Anfänger bis Fortgeschrittenen und vermitteln dich in bestehende Trainingsgruppen.
Was du wissen solltest, bevor du hinfährst
- Eigenen Ball mitnehmen. Leihen kostet 30 bis 50 AED pro Session und ist nicht immer verfügbar.
- Wasser, mehr als du denkst. Rechne mit mindestens 1,5 Litern pro Person für zwei Stunden Spiel.
- Der Sand kostet Kraft. Auf Sand brauchst du rund ein Drittel mehr Energie als auf festem Boden. Wer aus der Halle kommt, unterschätzt das regelmäßig.
- Platz freigeben gehört dazu. Auf den öffentlichen Feldern wird rotiert. Nach dem Spiel Platz machen ist dort selbstverständlich.
- Kleidung. Am Strand gelten die üblichen Badestrand-Regeln; auf dem Weg dorthin und in Malls zieht man sich etwas bedeckter an.
Lohnt sich die Reise für Spieler?
Wenn du Beachvolleyball ernsthaft betreibst: ja. Du bekommst im europäischen Winter täglich Sand unter den Füßen, triffst ein sehr gemischtes internationales Feld und zahlst für das Spielen selbst in der Regel nichts. Für eine Woche mit täglich zwei bis drei Stunden Spiel brauchst du außer Flug und Unterkunft kaum Budget.
Wer noch am Anfang steht, sollte den Anspruch realistisch halten: An Kite Beach wird abends ordentlich gespielt. Für den Einstieg passen Al Mamzar oder ein Anfängerkurs bei einer der Akademien besser – dort steigst du ohne Druck ein.
Vorher Sicherheit im Sand aufbauen
Damit die Reise Spaß macht, sollten Annahme und Zuspiel sitzen. Genau daran arbeiten wir in unseren Camps in Berlin – in Gruppen nach Niveau von A1 bis F3, damit du vor Ort mitspielen kannst statt zuzuschauen.
