30. Juli 2026 – Diesmal machen wir es kurz und konkret: drei Videos, die ihr wirklich schauen solltet, ein Termin, den ihr euch besser in den Kalender nagelt – und ein Spielformat, das gerade in Hannover für die schönsten Bilder des Sommers gesorgt hat. Alles drei hängt übrigens zusammen.
1. Drei Videos für die Sommerpause
Berlin greift nach dem ersten deutschen Vereinstitel
Zum ersten Mal überhaupt wurden in diesem Jahr Deutsche Beachvolleyball-Vereinsmeister gesucht – bei den Allianz German Beach Club Finals vom 23. bis 26. Juli auf dem Opernplatz in Hannover, im Rahmen von „Die Finals“. Mittendrin: die Hauptstadt Beacher aus Berlin.
Volleyball Deutschland hat die Berliner kurz vorher zum Gespräch getroffen. Sie diskutieren den ungewohnten Modus, ihre Teamdynamik – und ausgerechnet die Taktik für ein mögliches Vier-gegen-vier-Duell. Man ahnt beim Zuschauen noch nicht, wie sehr genau das über ihr Turnier entscheiden würde.
„Der 1. Deutsche Vereins-Titel soll in die Hauptstadt“ · Volleyball Deutschland · 14.07.2026 · 6:57 Min.
Was heißt hier eigentlich „Vereinsmeister“?
Kurz erklärt, weil es wirklich neu ist: Deutsche Meister im Beachvolleyball wurden bisher immer Duos – zwei Namen, ein Titel. Bei den German Beach Club Finals wird dagegen erstmals ein Verein Meister. Jeder Club stellt vier Spielerinnen bzw. Spieler, und jede Begegnung besteht aus zwei klassischen 2-gegen-2-Partien. Steht es danach 1:1, entscheidet ein Golden Set im 4-gegen-4 bis 21 Punkte – alle vier gleichzeitig auf dem Feld. Plötzlich gibt es also eine Bank, einen Teamgedanken und Mitfiebern statt Einzelkämpfertum. Luis Kubo vom Siegerteam brachte es so auf den Punkt: „Es ist ein neues Teamgefühl entstanden. Es war etwas ganz Besonderes, den beiden von der Bank die Daumen zu drücken.“
Die acht Vereine bei der Premiere:
- Frauen: Eintracht Spontent (Düsseldorf) · Berlin Recycling Volleys · Olympischer Sport Club BW · 1. Beachclub Kiel
- Männer: Eintracht Spontent (Düsseldorf) · Beachvolley United (München) · 1. Beachclub Kiel · Hauptstadt Beacher (Berlin)
| Frauen | Männer | |
|---|---|---|
| 🥇 Gold | BR Volleys (Berlin) | Eintracht Spontent |
| 🥈 Silber | Eintracht Spontent | Hauptstadt Beacher (Berlin) |
| 🥉 Bronze | 1. Beachclub Kiel | 1. Beachclub Kiel |
Zwei von sechs Medaillen gingen also nach Berlin – bei der allerersten Auflage.
Abi, Olympiastützpunkt, Olympiaziel: 20 Minuten mit Momme Lorenz
Der Name dürfte euch bekannt vorkommen: Momme Lorenz hat im Juni gemeinsam mit Tilo Rietschel das zweite Berliner Turnier der German Beach Tour am Funkhaus Beach gewonnen – den ersten GBT-Titel für beide – und stand im Juli auch im Finale von München I. Was viele nicht wissen: Er ist gerade einmal 18 und hat parallel sein Abitur gemacht.
Dieses Porträt begleitet ihn zwischen Turnierreisen, Training am Olympiastützpunkt Berlin und dem Ziel, das über allem steht: Los Angeles 2028. Es zeigt auch, was Leistungssport in diesem Alter mit einer ganzen Familie macht. Zwanzig Minuten, die sich lohnen – und die beste Antwort auf die Frage, wie viel Berliner Nachwuchs gerade im Sand steckt.
„Der große Sprung | Episode 1: Momme Lorenz“ · Falk Fuhr Friends · 01.07.2026 · 20:00 Min.

Die Shootingstar-Frage: Wie gewinnt man drei Turniere in einer Saison?
Das dritte Video ist ein langes, ruhiges Interview – und das Beste, was man dieser Tage über deutschen Beachvolleyball schauen kann. Paula Schürholz hat in dieser Saison drei Stopps der German Beach Tour gewonnen: Düsseldorf an der Seite von Kim van de Velde, danach Berlin und München mit ihrer neuen Partnerin Elea Beutel. D.SPORTS hat sie zum Eiskaffee getroffen – über ihr Erfolgsgeheimnis, Olympia 2028 in Los Angeles und darüber, womit sie sich Turniersiege selbst versüßt.
„Shootingstar im deutschen Beachvolleyball – Paula Schürholz im Interview“ · D.SPORTS · 23.07.2026 · 23:49 Min.
Wie gewinnt man so viele Turniere? Drei Punkte, die sie selbst nennt
- Auf das Bauchgefühl bei der Partnerwahl hören. Schürholz und Beutel hatten schon in der Jugend zusammengespielt, damals ohne Funken. Im Winter entschied sie sich trotz anderer Optionen bewusst für Elea: Sie habe „so ein Bauchgefühl“ gehabt, dass es „geil werden kann“ – und sei extrem froh, darauf gehört zu haben. Heute wüssten beide, was sie wollen: „Wir haben da beide unsere Ziele vor Augen, unseren Drive.“
- Bis zum letzten Punkt kämpfen. Das sei bei den jüngsten Turnieren der auffälligste Unterschied gewesen: „Wir kämpfen einfach bis zu jedem letzten Punkt“ – und schafften es dadurch, „ganz wilde Spiele“ doch noch für sich zu entscheiden. Genau diese engen Kisten haben die Titel gebracht, siehe das Finale von München II mit 21:23, 25:23, 15:8.
- Zwei Profile, die sich ergänzen statt doppeln. Beutel beschreibt sie als „unfassbar physische Spielerin“ – kaum größer als sie selbst, aber mit einer Sprungkraft und Schlaghärte, die national ganz oben mitspielt. Sie selbst bringt Spielverständnis, Ballkontrolle und Spielwitz ein, dazu schnelle Pässe. Ihr Fazit: Genau deshalb seien sie „ein extrem unangenehmes Team“.
2. Wichtig: Die Winter-Vergabe bei BeachMitte startet am 10. August
Und jetzt der Teil, den ihr wirklich nicht überlesen solltet. Der Sommer fühlt sich noch endlos an, aber die Hallenplätze werden jetzt vergeben.
🗓️ Montag, 10. August 2026, 10:00 Uhr
Dann startet die Online-Vergabe der Dauerkarten für die Wintersaison 2026/2027 bei BeachMitte – für die 6-Felder-Traglufthalle. Die Saison läuft vom 19. Oktober 2026 bis 2. April 2027, je nach Wochentag 22 oder 24 Termine.
Wer schon einmal um 10:01 Uhr feststellen musste, dass der Wunschslot weg ist, kennt das Prozedere. Wer neu dabei ist: Bitte vorher in Ruhe die Hinweise und Bedingungen in der Rubrik „Dauerkarte“ durchlesen.
Die wichtigsten Punkte, damit es keine Doppelbuchungen gibt:
- Pro Beachgruppe bucht nur eine Person. Mehrfachbuchungen können nicht erstattet werden.
- PayPal-Kontolimit vorher prüfen – sonst wird die Zahlung im entscheidenden Moment abgelehnt.
- Tag und Uhrzeit doppelt kontrollieren, bevor ihr bestätigt.
- Ein Abo nur buchen, wenn die Gruppe sich wirklich einig ist – Dauerkarten sind zwar übertragbar, aber nicht stornierbar.
Ein Klick zu viel ist ärgerlich, ein Klick zu wenig auch. Stellt euch den Wecker.
3. 4 gegen 4: Das Format, über das gerade alle reden
In Hannover wurde es zum Krimi
Das erste 4-gegen-4 dieser Art gab es gleich am Eröffnungstag in Hannover – und der Golden Set wurde prompt zum Publikumsmagneten. Wer geglaubt hatte, das sei bloß eine hübsche Zugabe, wurde schnell eines Besseren belehrt: Er entschied die halbe Veranstaltung.
Die Berlinerinnen der BR Volleys machten daraus ihre Spezialdisziplin: Louisa Lippmann, Mareet Maidhof, Melanie Paul und Tabea Schwarz mussten in jedem einzelnen ihrer vier Turnierspiele in den Golden Set – und holten am Ende vor 1.500 Fans mit einem 21:16 gegen Eintracht Spontent den Titel. „Das 4 gegen 4 war einfach überragend. Jede hat ihren Part gespielt und wir haben uns perfekt ergänzt“, sagte Melanie Paul danach. Für Lippmann, vierfache Hallen-Meisterin, war es das erste Gold im Sand.
Auch die Hauptstadt Beacher kamen ausschließlich über den Vierer ins Finale – zweimal ging der Golden Set an sie, einmal denkbar knapp mit 23:21 gegen Kiel. Im Endspiel fehlte dann Mio Wüst verletzt; für ihn rückte sein 17-jähriger Bruder Filo Wüst nach, frisch gebackener U18-Weltmeister, und gewann prompt den ersten Satz mit 21:12. Am Ende setzte sich Eintracht Spontent mit 2:0 durch – den Matchball verwandelte Lukas Pfretzschner nach drei abgewehrten Satzbällen mit einem Ass. Bilanz der Premiere: rund 40.000 Zuschauer an vier Tagen. Man darf das getrost einen Erfolg nennen.

In Kalifornien geht es um 200.000 Dollar
Dass der Vierer funktioniert, haben sie in den USA schon früher gemerkt. Beim Newport Beach Volleyball Invitational spielen Weltklasse-Athletinnen und -Athleten 4 gegen 4 – an einem einzigen Wochenende, 2026 am 17./18. Oktober, um ein ausgeschriebenes Preisgeld von 200.000 US-Dollar. Gegründet 2023 von AVP-Legende Steve „OB“ Obradovich, nachdem er erfuhr, was Topspieler bei regulären Turnieren teilweise verdienen.
Wie ernst es die Profis meinen, zeigte die Premiere: Mehrere US-Stars sagten damals ein internationales Turnier mit Olympia-Punkten ab, um stattdessen in Newport im Vierer anzutreten. Volleyballmag-Autor Tom Feuer erklärte auch, warum: längere Ballwechsel, mehr Spannung – und durch Auswechselspieler und Trainerbank ein Mannschaftsgefühl, das es im Zweier so nicht gibt. Zwei Vierer-Aufzeichnungen auf dem YouTube-Kanal der McKibbin-Brüder kamen auf je über eine halbe Million Aufrufe.
Fairerweise: Eine echte Profi-Vierer-Liga gibt es in den USA bis heute nicht. Es sind ein hochdotiertes Showcase-Event, eine riesige Freizeitspieler-Basis und ein Nachwuchsformat. Obradovich nannte Newport selbst „unser Beta-Testing“.
Die fünf wichtigsten Unterschiede zum klassischen 2 gegen 2
Grundlage sind die offiziellen FIVB-Regeln für 4 vs. 4 im Vergleich zum 2-gegen-2-Regelwerk 2025–2028:
- Kader statt Duo. Im Vierer stehen immer vier Spieler auf dem Feld, der Kader umfasst bis zu sechs Personen plus Trainer. Im Zweier besteht ein Team ausschließlich aus zwei Spielern – Punkt.
- Es gibt Auswechslungen. Bis zu vier pro Satz. Im 2-gegen-2 steht wörtlich im Regelwerk: „There are no substitutions.“ Wer verletzt ist, ist raus – und mit ihm das Team.
- Ein Trainer darf coachen. Im Vierer sitzt er auf der Bank, fordert Auszeiten und Wechsel an und darf beim Seitenwechsel im Gehen Anweisungen geben. Im Zweier dürfen Unterbrechungen nur vom Kapitän kommen.
- Deutlich weniger Seitenwechsel. Vierer: einmal pro Satz (bei 11 bzw. 8 Punkten). Zweier: alle 7 Punkte, im dritten Satz alle 5. Das allein verändert den Rhythmus eines Matches spürbar.
- Feste Rotationsreihenfolge beim Aufschlag. Der Aufschläger rückt eine Position im Uhrzeigersinn vor, wenn das Team das Aufschlagrecht zurückerobert – trotzdem darf sich jeder frei im Feld positionieren, es gibt keine Positionsfehler wie in der Halle. Genau daraus entsteht die eigentliche Attraktion: echte Spezialisierung. Zuspielerin, Blockerin, Verteidigerin – jede spielt, was sie am besten kann. Oder, mit Melanie Paul: „Jede hat ihren Part gespielt.“
Was gleich bleibt – und wir sagen das, weil im Netz viel Unsinn kursiert: Feldgröße (16 × 8 m), Netzhöhe, Punktzählung (21/21/15), drei Ballkontakte und der Block als Kontakt sind in beiden Formaten identisch. Kein größeres Feld, kein niedrigeres Netz.

Und bei uns vor der Haustür?
Ist der Vierer längst angekommen. Der DVV-Beach-Bundespokal wird in der jüngsten Altersklasse seit 2024 im 4 gegen 4 gespielt – zuletzt vom 23. bis 26. Juli am Bernsteinsee in Velten, direkt vor den Toren Berlins. Mehr Ballkontakte, mehr Kinder gleichzeitig im Spiel, weniger Frust auf der Bank.
Zwischen einem U15-Feld in Brandenburg, einem ausverkauften Opernplatz in Hannover und 200.000 Dollar in Kalifornien liegen Welten. Das Format ist dasselbe. Wer wissen will, wohin die Reise geht, sollte den Nachwuchs beobachten.
Lust, den Vierer selbst auszuprobieren – oder einfach an der Technik zu arbeiten, bevor die Hallensaison losgeht? Ein Blick auf unsere Beachvolleyball-Camps lohnt sich.
Nächstes Mal: Warum so viele von uns mit Schulterschmerzen spielen – und was laut Sportmedizin wirklich dagegen hilft.
Euer Team von Berlin-Beachvolleyball.de
